Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und unsere erste Kontaktfläche zur Umwelt. Sie hat eine besondere Barrierefunktion, schützt uns vor Keimen und Umwelteinflüssen und reguliert darüber hinaus unseren Wärmehaushalt.

Zusammengefasst: Unsere Haut ist ein echtes Multitalent! Um permanent funktionsfähig zu sein, muss die Haut allerdings stetig mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt sein. In Kosmetikprodukten finden sich viele verschiedene feuchtigkeitsspendende Stoffe – aber wo liegen überhaupt die Unterschiede und wie funktionieren sie?

EYVA stellt Ihnen die wichtigsten Feuchtigkeitsspender in der Kosmetik genauer vor.

Was sind Feuchthaltefaktoren (Natural Moisturizing Factors)?

Bei den Natural Moisturizing Factors (kurz: NMF) handelt es sich um eine natürliche Wunderwaffe unserer Haut. Alle Stoffe sind Bestandteile auf der oberen Epidermis (Schicht) der Haut und Produkte des Verhornungsprozesses, außerdem auch Schweiß und Talg. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung können diese Stoffe Wasser sehr gut binden – und laut vielen Studien sind sie überaus wichtig für die Wasserspeicherung.

Optimal ist ein Gehalt von 10-20 Prozent Wasser, da die Hautfeuchte als Weichmacher wirkt, um stets flexibel gegenüber verschiedenen klimatischen Verhältnissen zu sein. Die Natural Moisturizing Factors sind daher essentielle Substanzen, die kosmetischen Pflegepräparaten zugesetzt werden.

Welche Stoffe wirken feuchtigkeitsspendend?

Neben den eigenen Feuchthaltefaktoren unserer Haut gibt es auch eine Reihe von weiteren Stoffen, die sich positiv auf die Hautfeuchtigkeit auswirken. Die wichtigsten Stoffe im Überblick:

Aloe Vera ist ein natürlicher und effektiver Feuchtigkeitsspender. © shutterstock.com

Aloe Vera ist ein natürlicher und effektiver Feuchtigkeitsspender. © shutterstock.com

Aloe Vera

Die kaktusähnliche Pflanze stammt ursprünglich aus den Wüstenregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, zählt allerdings zu den Liliengewächsen. Zu ihren Besonderheiten gehört die besondere Wasserspeicherung und Nährstoffbildung im Inneren der Blätter.

Das Aloe-Gel aus dem Blatt wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als bester Bestandteil der Aloe Vera-Pflanze gekürt. Die Empfehlung: Das pure Gel auf der Haut erzielt den größten Effekt, da bei Verarbeitungsprozessen positive Eigenschaften der knapp 200 Wirkstoffe verloren gehen können. Mitunter enthält das Blattmark der Aloe Vera zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe sowie die schmerzlindernde Salicylsäure – ein wohltuendes Rundumpaket für unsere Haut also!

Tipp von EYVA: Pulver oder Konzentrate sind stark verarbeitet, sodass mitunter kostbare Inhaltsstoffe verloren gehen können. Ein kurzer Check der Inhaltsstoffe verrät, in welcher Form Aloe Vera in der Kosmetik verarbeitet wurde.

Lipophile Stoffe

Pflanzenöle wie Hanföl oder Nachtkerzen-Öl gehören zu beliebten Wirkstoffen in der Kosmetik. Das liegt an ihrem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren wie zum Beispiel Gamma-Linolsäuren. Sie gehören zu den lipophilen Substanzen, die sich gut in Ölen und Fetten lösen. Dementsprechend sind sie gegenüber Wasser in der Regel unlöslich (hydrophob) und nehmen leichter fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, Vitamin D oder Vitamin K auf.

Urea

Urea ist nichts anderes als der lateinische Begriff für Harnstoff, der als natürlicher NMF in der Haut vorhanden ist. Im Ursprung handelt es sich um ein Abfallprodukt des Körpers, das bei dem Eiweißstoffwechsel anfällt. Zum einen wird Harnstoff über die Niere ausgeschieden, zum anderen finden wir es aber durch den Austritt von Schweiß auch auf unserer Haut.

Der Wirkstoff dringt in die äußerste Hautschicht der Haut ein, wo er Wasser absorbiert und speichert. Urea schafft damit die Möglichkeiten für die Haut, die Feuchtigkeit länger zu binden. Kosmetisch eingesetztes Urea ist aufgrund hygienischen Reinheitsgründen weder tierischen noch pflanzlichen Ursprunges und wird industriell hergestellt.

Glycerin

Neben Urea gehört auch der hauteigene Stoff Glycerin zu den Natural Moisturizing Factors. Die wasseranziehenden Eigenschaften und die Barrierefunktion machen es zu einem der effektivsten Inhaltsstoffe der Kosmetik, wie Studien zeigen. Der Stoff wird heute hauptsächlich aus Propylen, einem ungesättigten Kohlenwasserstoff, gewonnen.

Trotz seiner feuchtigkeitsspenden Wirkung gilt für Glycerin: Weniger ist mehr! Ab einem Glyceringehalt von über 10 Prozent trocknet es unsere Haut aus, und deswegen steckt in Kosmetikprodukten „nur“ ein Gehalt von ca. 7 Prozent.

Panthenol/Dexpanthenol

Die Vorstufe des B-Vitamins ist eine farblose, leicht klebrige Substanz, die sich sehr gut in Wasser lösen lässt. Darüber hinaus dringen die kleinen Moleküle leicht in die Epidermis ein und hinterlassen einen kleinen Film auf der Hautschicht. Das Panthenol regt die Lipidsysteme an und fördert daher die Bildung von Fetten in der Haut, die uns vor Austrocknung schützen. Bereits ab ca. 1% Einsatzkonzentration erhöht Panthenol die Fähigkeit der Wasserbindung in der Hautschicht und verbessert die Elastizität dieser.

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