Für trockene Haut, in Anti-Aging-Produkten, in einer Hautcreme oder für die Haare – vielleicht haben auch Sie bereits von Squalan bzw. Squalen und seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gehört. Aber was ist dieser Inhaltsstoff genau und wieso ist er so vielseitig einsetzbar? Antworten finden Sie im EYVA-Blog.

Was ist Squalan?

Squalan ist ein farbloses Öl, das in seiner natürlichen Form Squalen auch in unserer Haut vorkommt. Dort ist es als Teil des sogenannten Sebums für die Feuchtehaltung der Haut und die Bildung der Hydro-Lipid-Schicht verantwortlich.

In der Kosmetik findet Squalan aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften unter anderem in unterschiedlichen Cremes Verwendung.

Exkurs: Hydro-Lipid-Schicht unserer Haut

An dieser Stelle sei kurz auf die angesprochene Schicht (auch als Hydro-Lipid-Mantel bezeichnet) eingegangen. Diese Schicht ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender für die Haut, hilft also gegen das Austrocknen, und schützt den Körper gleichzeitig vor einem allzu leichten Eindringen von Bakterien in tiefere Hautschichten.

Dieser Säureschutzmantel setzt sich aus unserem Schweiß und dem oben angesprochenen Sebum zusammen, das wiederum aus Talg bzw. Fetten (=Lipiden) besteht.

Gutes Einziehverhalten und angenehmes Hautgefühl – die Vorteile von Squalan

Ein Grund für die Nutzung besteht in dem sogenannten Spreitwert bzw. dem Spreitverhalten. Das beschreibt die selbstständige Ausbreitung von Ölen auf der Haut. Mit einem Wert von 602 gehört es zu den sogenannten hochspreitenden Stoffen und wird deswegen gerne in Kosmetika beigemischt, um beim Einziehen und der Verteilung zu unterstützen. Das sorgt insgesamt für ein seidiges Hautgefühl.

Einige Anwender geben auch zu Pflegeprodukten, die den Stoff nicht enthalten, einige wenige Tropfen Squalan hinzu, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen (warum Squalan nicht überall enthalten ist, lesen Sie weiter unten). Große Wirkung erzielt der Stoff auch für die Haarpflege. Teilweise ist es in Conditionern bzw. Spülungen bereits enthalten, um die Haare kämmbarer und glänzender zu machen. Viele Tester berichten von überdurchschnittlich seidigen Haaren.

Im Gegensatz zu Silikonen in der Haarpflege dürfte dieser Effekt auf längere Sicht auch nachhaltiger sein: Während Silikonölen das Haar quasi umschließen und so für andere Stoffe “unzugänglich” sind, ist das bei Squalan nicht der Fall.

Squalen oder Squalan?

Das reine Squalen an sich verbindet sich schnell mit Sauerstoff (oxidiert also) und ist nicht hitzebeständig. Das ist für die Verwendung in Kosmetikprodukten nicht hilfreich. Daher kommt vor allem gesättigtes Squalan zum Einsatz, das entweder durch Hydrierung (dem Hinzufügen von Wasserstoff) oder direkt in diversen Pflanzenölen vorkommt und dann mitunter auch Squalanöl heißt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Gewinnung aus Haifischen immer noch stattfindet, sind entsprechende Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Quellen wie Oliven-, Reiskeim- oder Amaranth-Öl teilweise auch als Phytosqualan ausgezeichnet.

Durch das Vorkommen in diesen tierischen bzw. pflanzlichen Quellen ist der Rohstoff beziehungsweise die Gewinnung und Verarbeitung vergleichsweise teuer. Deshalb finden Sie diesen Inhaltsstoff (der teilweise auch als „Squalane“ auf den Verpackungen angegeben ist) auch nicht in allen Hautpflegeprodukten.

Frau kämmt sich die Haare - EYVA Blog

Squalan unterstützt unter anderem die Kämmbarkeit der Haare. (c) shutterstock.com

Squalen in der Medizin

Neben dem natürlichen Vorkommen in unserer Haut und im Organismus generell findet Squalen auch in medizinischer Sicht Verwendung: So verstärkt es die Wirkung von in der EU verabreichten Impfstoffen (auch Adjuvans genannt) gegen diverse Grippe-Erreger.

Fazit

Auch wenn es wie bereits erwähnt längst nicht in allen Haut- und Haarpflegeprodukten enthalten ist, sind diverse Erfahrungsberichte und Tests beinahe einhellig positiv. Das gute Einziehverhalten sowie die Verwendung als Kur für die Haare sorgen für seidige Haare und helfen schon in kleinen Mengen bei trockener Haut.

Übrigens: Im Rahmen unserer Reihe zum Kosmetikwissen haben wir weitere Inhaltsstoffe sowie Konzepte und Fragen rund um diese Themen näher beleuchtet. So wissen Sie genauer über die Relevanz der einzelnen Stoffe Bescheid.

Weitere Informationen über Squalanöl